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Frieda.....über Strickliesln....

Frieda.....über Strickliesln.... Autor: Puppenliesl Datum: 07.06.2009 19:53
Mein lieber Puppenlieslbesucher,

die Schubladen in meiner Werkstatt (und nur dort....warum???) führen ein seltsames Eigenleben.
Jedesmal, wenn ich eine der sieben Schubladen aufziehe, denke ich "da hab' ich doch gerade erst aufgeräumt!!"
Komisch ist das schon....in den vielen Dosen und Bonbongläsern ist alles feinsäuberlich sortiert - aber in den Schubladen, da herrscht das Chaos!

Heute ist es mal wieder soweit. Die "Suchzeit" nimmt beängstigende Ausmaße an - es muss eingeräumt werden!

Ich ziehe also die erste Lade auf und sortiere sorgfältig alle Knöpfe in die richtigen Gläser. Der Krimskrams, der dazwischen gelandet ist (und der dort NICHTS zu suchen hat), wird entfernt.
Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Schön sieht es wieder aus....

In der zweiten Schublade (dort bewahre ich Applikationen und Stoffbilder auf) kommen mir Briefe, Karten, Zettelchen entgegen.
Und ein Umschlag mit alten Fotos. Ich liebe alte Fotos. Angefangen bei den herrlichen Zackenrändern bis zu dem verblichenen Schwarz-Weiß.
Auf einem alten Hochzeitsbild (alle Gäste treppenförmig formiert) lacht mir Frieda entgegen.
Frieda.

Bereits als Kind hatte ich einen unbändigen Schaffens- und Kreativitätsdrang.
Stricken konnte ich lange bevor ich zur Schule kam und das Strickzeug musste immer dabei sein.
Wenn ich dann wiedermal zu meiner Oma kam - mit dem unvermeidlichen Strickkörbchen, ganz fein an einer Goldkette getragen, dann hörte ich ganz oft: "Eine Strickliesl wie unsere Frieda!"

Frieda war die Cousine meines Vaters.
Sie hatte stets ihr Strickzeug in der Hand. Immer.
Und Frieda liebte Besuch.
Jedesmal, wenn jemand kam, freute sie sich unbändig und rief: "Heinz (das ist mein Vater), wie schön, dass du da bist. Komm, ich stricke dir einen Schal. Gell, da freust du dich?"
Und sie lachte über's ganze Gesicht, nahm flugs ihr begonnenes Strickteil und fing an, es aufzutrennen.
Um ihr eine besondere Freude zu machen, begannen die Gäste dann jedesmal, die Wolle aufzuwickeln.
Und Frieda schlug den neuen Schal an und begann zu stricken. Für Heinz, für Monika.....

Niemals wurde ein Strickstück fertig.
Sie wollte so sehr jedem Einzelnen eine Freude machen, und begann für diesen einen Menschen ein neues Strickstück.

Jeder hat sich auf Frieda gefreut.
Jeder hatte ein Lächeln auf dem Gesicht, wenn er von Frieda sprach.
Ich habe Frieda leider nicht gekannt, denn als ich eine ebensolche Strickliesl wurde, wie sie es war, lebte sie bereits nicht mehr.

Jahre später hat mir meine Oma ein altes Foto von Frieda gezeigt. Da sah ich, dass Frieda am Down-Syndrom gelitten hatte.


Wenn ich jetzt Friedas strahlendes Gesicht ansehe, habe ich das Gefühl, sie ruft mir zu: "Komm Micha, ich stricke dir einen Schal!"
Da habe ich gar keine Lust mehr zum Schubladen räumen!
Ich will auch viel lieber sagen: "Komm, mein lieber Puppenlieslgast, ich stricke was für dich!"
Und das mache ich jetzt auch....

Was das wird, davon erzähle ich das nächstemal mehr. Jedenfalls kannst du dich schon mal auf etwas Schönes freuen!

Bis ganz bald, deine Strickliesl-Puppenliesl
Micha

















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